Mai ist, wenn der Waldmeister in Blüte steht – oder die Maibowle 2.0 von der Tradition zur Moderne!

Was schon die Wikinger zum Aromatisieren ihres bierähnlichen Gebräus, aufgrund des Geschmacks und der anregenden Wirkung, zu schätzen wussten, ist der von April bis Juni in Blüte stehende Waldmeister. Ungeklärt bleibt dabei die These, was das Kopfweh am nächsten Tag ausgelöst hat – das Gebräu oder das gefäßerweiternde Cumarin, das als aromatischer Pflanzenstoff im Waldmeister, und u.a. auch in Cassiazimt und Tonkabohne, enthalten ist und in hohen Dosen Kopfweh, Schwindel und Übelkeit verursacht. In Mitteleuropa gedeiht der Waldmeister am liebsten in Buchenwäldern, auf schattigen Lehmböden und in den Alpen teilweise bis zu 1500m Meereshöhe.

Erst beim Trocknen wird das aromatisch duftende Cumarin abgespalten. Am besten wird der Waldmeister vor bzw. in der jungen Blüte gesammelt, da der Cumaringehalt des Waldmeisters dann niedriger als in der späteren Blüte ist. Geht man davon aus, dass frisches Waldmeisterkraut im Schnitt ca. 1% Cumarin in der Trockenmasse freisetzt und dass es eine durchschnittliche Trockenmasse von 14,5% aufweist, sollten höchstens drei bis fünf Gramm frisches Kraut je Liter Bowle verwendet werden.

Tradition: Maibowle

Das klassische Rezept für Maibowle beinhaltet trockenen Weißwein (klassisch Riesling, Silvaner oder Grüner Veltliner) und trockener Sekt im Mischverhältnis von 2:1. Zum Wein kommt ein Bund Waldmeister, den man zunächst über Nacht welken lässt oder ca. 1 Std. einfriert, wodurch sich die Zellen öffnen und das typische Aroma entfalten kann. Dann hängt man das Bündel an einem Faden kopfüber und blütenlos in den Wein. Die Stängelenden sollten dabei nicht in den Wein tauchen, da sonst neben dem Aroma auch unerwünschte Bitterstoffe freigesetzt werden können. Nach 30 Minuten wird der Waldmeister entfernt, damit die Bowle nicht bitter wird, der aromatisierte Wein wird mit Sekt aufgegossen und bei Bedarf mit Eis gekühlt. Anschließend serviert man das erfrischende Getränk in Sektschalen oder -gläsern.

Moderne: May Punch – unsere Maibowle 2.0

Wir bleiben bei dem klassischen Wein-Ansatz, bringen aber mehr angesagte Komplexität ins Glas und machen daraus einen zeitgemäßen Punch, der sowohl zum Day-Drinking, als auch als All-Nighter in jede moderne Bar passen könnte.

Eine grandiose Tiefe erhält der Waldmeister durch die ätherischen Öle der Limettenzeste. Die Zesten von 1-2 Limetten werden angequetscht und in die Bowle gegeben, oder wer es zusätzlich fruchtig-säuerlicher mag, darf gerne die, sanft angedrückten Achteln von 1-2 Limetten der Bowle zugeben. Ein leicht zitroniges, honigartiges Mentholaroma erhält die Bowle von der Zitronenmelisse, die alle Komponenten geschmacklich verbindet. Wie z.B. von der Minze gewohnt, die Blätter nur vorsichtig anschlagen und sie dann nicht allzu lange mazerieren, damit keine unerwünschten Fehl- oder Bittertöne in die Bowle übergehen. Die blumig, erdigen Töne geben uns getrocknete Kamillenblüten in unseren Punch. Hierbei reicht 1 Esslöffel der Blüten in einem Einweg-Teefilter dem Ansatz beizugeben. Dieses Aroma Säckchen unterstützt den Rest kraftvoll und sollte nur einige Minuten in der Flüssigkeit ziehen. Wenn in der Bar zur Hand darf hier gerne noch mit wenigen Spritzern von gezielt ausgewählten Bar-Bitters untermalt werden. Zu empfehlen sind speziell fruchtig-herbe Orangentöne, Rhabarber-Bitter, florale Bitter (wie z.B. Dandelion & Burdock von Dr. Elmegirab oder Dram Honey Chamomile Bitters) oder wer es noch etwas tiefgründiger mag auch mal mit den Peychaud’s Bitters. Für den Heimgebrauch darf man hier auch gerne das Ganze mit 2-3 Teelöffeln von der bitteren Orangen-Marmelade vermengen, eine leichte Süße gepaart mit fruchtig-herben Noten komplettiert hier unsere Maibowle 2.0 - der sogenannte May Punch - für die kommende Terrassensaison. Zum Schluss wird auch hier der aromatisierte Wein mit Sekt aufgegossen. Anschließend serviert man die „Waldmeister-Sprizz-Variante“ zeitgemäß mit Eiswürfeln im mit Zitronenmelisse garnierten Weinglas.

Ambitionierte „Punch Maker“ verstärken gerne den Ansatz, bzw. verlängern auch gerne mal die Waldmeister-Saison, mit einem handwerklich gut gemachten und natürlichen Waldmeisterlikör.

Die kommenden warmen Mai Tage sind also ideal, um im Wald nach dem Waldmeister zu suchen... ;-)

May Punch – unsere Maibowle 2.0

Rezept:

2 Flaschen trockener Weißwein

1 Flasche trockener Schaumwein oder Winzersekt

1Bund frischer Waldmeister

4 Zweige Zitronenmelisse

1 EL getrocknete Kamillenblüten

1-2 Bio-Limetten, Zesten oder in Achtel geschnitten

3-4 Dashes der Bitters nach Wahl oder 2-3 Teelöffel Orangen-Marmelade

 

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